Warum Estland?
Eine Fülle von Antworten fallen uns auf diese Frage ein. Eine sehr schöne, poetische Liebeserklärung an das Land am Meer stammt indes vom deutschbaltischen Schriftsteller Siegfried von Vegesack:
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Nirgends ist der Himmel so hoch und die Erde so groß, nirgends sind die Wälder so ohne Ende, Nirgends sind die Birken so weiß und so grün das Moos und so rot am Abend die flammenden Sonnenbrände. |
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Nirgends ist die Erde so tief und das Wasser so stumm: tief im bemoosten Brunnenschacht liegt es versunken. Knarrend hebt sich die Stange, verwittert und krumm. Aber nirgends habe ich so gutes Wasser getrunken. |
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Nirgends ist der Sommer so hell - und so kurz. schon dunkeln die Weidenstümpfe, die Stoppelfelder, die müden. Über dem Moor, immer tiefer zum Horizont, in flügelndem Sturz ziehen mit klagendem Schrei die Kraniche in den Süden. |
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Estland ist ein kleines Fleckchen Erde, in das man sich verlieben kann. Etwas größer als die Schweiz, aber mit weit weniger Einwohnern, bietet es dem Besucher vor allem eines: Ruhe, viel Ruhe. Natürlich gibt es Städte mit all ihrer Geschäftigkeit und den Symbolen der modernen Welt, doch ist es selbst von der größten unter ihnen - Tallinn, der Hauptstadt - nur ein Katzensprung in die Natur, die wirklich so schön ist, wie jener Dichter sie beschreibt.
Zweifelsohne wird sich jeder Besucher sein eigenes Bild machen vom Land im Norden, doch kaum jemand wird von der Vielfalt, die auf so kleinem Raum anzutreffen ist, unberührt bleiben. Ob es die Ostsee ist, die das Land von Norden und Westen her umschließt, ob es die vielgestaltigen Küstenlandschaften sind, mal tief zerfurcht und mit Findlingen eindrucksvoll übersät, dann ruhig und weich, von feinem weißen Sand bedeckt, ob Bänke, Glinte oder steile Küsten, ob dichte Kiefernwälder oder weite Moore, ob glasklare Seen oder hunderte Inseln - Estland ist außerordentlich facettenreich. Doch neben dem Naturerlebnis hat es viel anderes zu bieten. In Estland spürt man den Hauch der Geschichte; einer Geschichte, die eng mit der deutschen verbunden ist. Kreuzritter und Bischöfe, Seefahrer, Hansekaufleute, deutsche Balten - sie alle waren hier zu Hause und haben das Land geprägt. Mächtige Kirchen und Klosteranlagen aus längst vergangenen Tagen finden sich im ganzen Land. Im mittelalterlichen Tallinn (einst Reval) wähnt sich der Besucher aus Deutschland in Lübeck oder Wismar.
Es gibt auch das moderne Estland, den "Baltischen Tiger", wie es neuerdings gern genannt wird. Estland hat in den vergangenen anderthalb Dekaden seit der wiedererlangten Unabhängigkeit Unglaubliches vollbracht, so dass der Reisende aus dem Westen oft nur staunt.
Estland ist ein Land zwischen Ost und West. Russland, den großen Nachbarn im Osten, Lettland, den baltischen Bruder im Süden und über die verbindende Ostsee Schweden und - ganz nah - das verwandte Finnland - so liegt es klein und friedlich da, bereit, Sie gastfreundlich zu begrüßen. Ob im Frühling, dem langersehnten, oder im bunten, fröhlichen Sommer mit den langen Tagen und ganz kurzen Nächten; ob im Herbst mit seinen wirklich bunten Farben und dem besonderen Licht oder im Winter, wenn das Leben still ist und das Land in einen tiefen, märchenhaften Traum versunken ist - Estland übt zu jeder Jahreszeit einen besonderen Reiz auf seine Besucher aus.
Sie sehen, der Gründe für einen Besuch gibt es viele. Seien Sie willkommen!

