Reisevorbereitung

Die schnellste Art der Anreise nach Estland ist die mit dem Flugzeug. Derzeit gibt es direkte Flugverbindungen von sieben deutschen und österreichischen Flughäfen nach Tallinn, von denen allerdings nicht alle ganzjährig betrieben werden. Auch ist wegen der ständigen Bewegung, in der sich die Flugbranche befindet, stets mit Änderungen zu rechnen.
Direkte Verbindungen gibt es derzeit mit Lufthansa ab Frankfurt und München, mit Estonian Air ab Berlin, Hannover und Wien und mit Ryanair ab Bremen und Weeze (Niederrhein). Mit einmaligem Umsteigen können Sie aber auch von fast allen anderen Flughäfen im deutschsprachigen Raum aus mit Lufthansa, SAS, CSA, LOT, KLM, Finnair oder Air Baltic nach Tallinn anreisen – dies beispielsweise mit Zwischenstopp in Frankfurt, München, Kopenhagen, Stockholm, Prag, Warschau, Amsterdam, Helsinki oder Riga.
Da Flugpreise ständigen Änderungen unterworfen sind, lassen sich Angaben hierzu nur bedingt machen. Wenn bei den so genannten Billigfliegern schon mal ein Schnäppchen von unter 100 Euro für den Hin- und Rückflug zu haben ist und auch so manche etablierte Gesellschaft im Rahmen einer Sonderaktion sehr günstige Flüge anbietet, so liegen die Durchschnittspreise für ein Hin-und Rückflugticket bei etwa 200 bis 300 Euro.
Wenn Sie es vorziehen, auf die ruhige Art an- und abzureisen, würde sich eine Fährüberfahrt in den Norden anbieten. Zwar sind Sie eine gute Weile länger unterwegs als bei der relativ schnellen Flugpassage, doch ist diese gemächliche Art des Reisens ein ungleich intensiveres Erlebnis. An Bord kann der Urlaub schon beginnen, denn es bleibt genügend Zeit für Reiselektüre, Sauna- und Restaurantbesuche oder Spaziergänge an Deck. Das unverwechselbare Panorama der Tallinner Altstadt lässt sich auf eindrücklichste Weise von der Meerseite her bestaunen.
Ab verschiedenen deutschen Häfen können Sie eine Reise über die Ostsee antreten. Mit Stand der Drucklegung des Kataloges gab es von ihnen aus aber keine direkten Verbindungen nach Tallinn oder einem anderen estnischen Hafen. Wohl aber erreichen Sie die Hauptstadt Estlands mit einmaligem Umsteigen in Helsinki. Ab Lübeck-Travemünde können Sie täglich auf direktem Wege nach Helsinki ablegen; die Passagierfähre benötigt für die Strecke, die in beiden Richtungen befahren wird, gut 28 Stunden. Dieselbe Gesellschaft schickt ihre großen Schiffe dreimal in der Woche auch von Rostock aus auf den Weg nach Helsinki (bzw. in umgekehrte Richtung); da diese dabei aber einen Stopp in Gdansk einlegen, dauern die Passagen ca. 36 Stunden. Von Helsinki aus bieten sich Ihnen zur Weiterfahrt nach Tallinn (bzw. in umgekehrter Richtung) verschiedene Möglichkeiten. Mit den Schiffen der unterschiedlichen Fährgesellschaften sind Sie zwischen anderthalb und dreieinhalb Stunden unterwegs, bis Sie den Finnischen Meerbusen überquert haben. Sie sollten also mit gut anderthalb Tagen für eine Seereise von den entsprechenden deutschen Häfen nach Tallinn rechnen. Derselbe Zeitrahmen gilt für die Rückreise.
Falls Sie als Startpunkt für Ihre Reise einen Hafen im südlicheren Baltikum wählen, können Sie von Kiel, Lübeck-Travemünde oder Saßnitz aus die Häfen von Liepāja und Ventspils in Lettland sowie Klaipėda in Litauen ansteuern. Zwischen diesen Orten gibt es verschiedene Verbindungen, deren Fahrtzeiten zwischen 19 und 28 Stunden betragen.
Auf allen Fähren können PKW mitgenommen werden. Es gibt unterschiedliche Kabinenkategorien und saisonal bedingte Zeitrahmen, von denen die Kosten für die Schiffspassagen abhängen.
Sollten Sie eine Anreise auf dem Landwege bevorzugen, haben Sie dafür zwei Möglichkeiten: mit dem eigenen Fahrzeug oder – wenn Sie langes Sitzen nicht abschreckt – mit Linienbussen. Letztere verkehren auf festen Routen ab diversen deutschen Städten (Berlin, Hamburg, Bremen, Köln, Stuttgart, München u.a.); rechnen Sie hier mit Fahrzeiten von etwa 25 bis 35 Stunden und stellen Sie sich auf einen Umstieg in Riga ein.
Mit dem Auto oder Motorrad fahren Sie am besten und ohne Grenzkontrollen über Polen, Litauen und Lettland oder über Schweden mit Fährüberfahrt von Stockholm nach Tallinn. Eine Anreise mit der Eisenbahn gestaltet sich schwierig, da das ohnehin spärlich ausgebaute Schienennetz im Baltikum vornehmlich für den Güterverkehr genutzt wird. So wären mehrmaliges Umsteigen und längere Aufenthalte unvermeidbar; insbesondere Estland ist mit dem Zug nicht zu erreichen.
Die Tickets für Flug-, Fähr- oder Busreisen können Sie gern über uns buchen. Wir helfen Ihnen bei der Suche nach der für Sie besten Variante.

Für die Einreise nach Estland benötigen Bürger der EU und Staatsangehörige der Schweiz und Liechtensteins kein Visum. Diese Regelung gilt auch für die Einreise nach Lettland und Litauen. Trotz der Mitgliedschaft der baltischen Staaten im Schengener Abkommen wird bei der Einreise das Mitführen eines gültigen Reisepasses oder Personalausweises empfohlen. Kinder sollten mit Kinderausweis einreisen oder im Pass eines Elternteils eingetragen sein. Bei beiden Varianten ist ein Foto im Ausweisdokument ab einem Alter von 7 Jahren erforderlich.

Zahlungsmittel in Estland ist der Euro. Von den zahlreich vorhandenen Geldautomaten können Sie unkompliziert mit Ihrer Debit- oder Kreditkarte Bargeld abheben. Bargeldlos bezahlen können Sie beinahe überall. Bei den Kreditkarten sind dies insbesondere Visa und MasterCard, seltener American Express und Diners. Bitte beachten Sie, dass die landläufig als EC-Karten bezeichneten Debitkarten nur dann akzeptiert werden, wenn auf ihnen das Maestro-Zeichen aufgedruckt ist oder es sich um Visa Electron Karten handelt.

Das Preisniveau in Estland ist nicht mehr sehr niedrig. Hier machen sich die steigende ökonomische Potenz des Landes und die enge wirtschaftliche Bindung zum – ohnehin teuren – skandinavischen Markt bemerkbar. Für Besucher aus dem Westen ist Estland dennoch ein preisgünstiges Reiseziel.

Mit Kindern ist man in Estland sehr gut unterwegs, denn die Menschen sind ausgesprochen kinderfreundlich. Die wunderschöne Natur und die langen Badestrände, weite Landstriche mit äußerst wenig Verkehr, Bauernhöfe, auf denen man Pferde striegeln und Kaninchen streicheln kann, sind für Familien ideal. In allen größeren Städten gibt es inzwischen Erlebnisbäder, mancherorts finden sich auch originelle Museen und Freizeiteinrichtungen mit Entdeckungscharakter für Schlechtwettertage. Einkaufszentren und große Kaufhäuser verfügen über Wickelräume und Kinderspielzimmer.

Menschen mit eingeschränkter Mobilität als Besucher Estlands zu begrüßen, liegt uns besonders am Herzen. Selbst wenn man es zunächst nicht glauben mag, die mittelalterlichen Gassen und Winkel Tallinns und die Schönheit der estnischen Landschaft können zum Beispiel auch mit einem Rollstuhl erkundet werden. In Estland gibt es inzwischen auch auf dem Lande immer mehr Häuser, die sich auf Menschen mit körperlichen Benachteiligungen einstellen; in Tallinn gehört dies bei den mittleren und großen Hotels zum Standard.

Telefonieren ist in Estland – ganz gleich ob ins In- oder Ausland – problemlos möglich. Da die Kartentelefone in den letzten Jahren fast gänzlich verschwunden sind, ist das Mobiltelefon das unkomplizierteste Kommunikationsmittel.

E-Mail und Internet sind in Estland in jedem Winkel verbreitet. Neben der Möglichkeit, in den meisten Hotels und anderen Unterkünften sowie in fast allen Cafés und Restaurants und Bars kostenlos zu surfen, gibt es sehr viele W-LAN Hotspots, die Ihrem Laptop oder Smartphone einen kostenlosen Internetzugang bieten. Entsprechende Punkte sind mit dem Begriff "WiFi" gekennzeichnet.

Die Netzspannung in Estland beträgt 220 V / 50 Hz. Unterschiede zu in Deutschland oder Österreich üblichen Steckverbindungen gibt es nicht.

Die ärztliche und zahnärztliche Versorgung in Estland sind gut. Apotheken finden sich allerorten. Sollten Sie sehr spezielle Arzneimittel konsumieren, empfehlen wir, einen für die Dauer des Aufenthaltes ausreichenden Vorrat mitzunehmen. Rezepte von Ärzten aus anderen EU-Mitgliedsländern werden in Estland anerkannt. Impfungen sind für Estland nicht vorgeschrieben. Es empfiehlt sich aber eine Zeckenschutzimpfung und – falls nicht vorhanden – eine Tetanus-Schutzimpfung. Estland ist überdies Verbreitungsgebiet von TBC und Hepatitis.

Der Abschluss von Reiseversicherungen ist sehr zu empfehlen. Obwohl die gesetzlichen Krankenkassen einen medizinischen Schutz in Estland, Lettland, Litauen und Finnland beinhalten, empfiehlt sich unter Umständen der zusätzliche Abschluss einer privaten Reisekrankenversicherung, die neben der ärztlichen Behandlung ggf. weitere Leistungen abdeckt (wie z.B. einen Krankenrücktransport). Darüber hinaus raten wir zum Abschluss einer Reiserücktritts- und/oder Reiseabbruch-Versicherung innerhalb von 10 Tagen nach dem Erhalt der verbindlichen Buchungsbestätigung. Selbstverständlich können Sie diese und andere Versicherungen über uns abschließen – wir beraten Sie gern.

Wie überall auf der Welt gibt es auch in Estland Kriminalität, dennoch ist das Land ein sicheres Reiseziel. In den größeren Städten gibt es Kleinkriminalität, meist in Form von Taschendiebstahl. Sie sollten hier eine gesunde Vorsicht walten lassen. Das Auto sollten Sie möglichst auf bewachten Parkplätzen abstellen und keine Gegenstände sichtbar im Wagen liegen lassen. Auf dem Lande und in den Kleinstädten gibt es kaum Kriminalität. Die estnische Polizei arbeitet gut und zuverlässig. Dies gilt auch für die Verkehrspolizei. Halten Sie sich unbedingt an die Straßenverkehrsregeln – Verstöße werden schnell und rigoros geahndet.

Die estnische Sprache gehört zu den finno-ugrischen Sprachen. Die ihr am nächsten verwandte Sprache ist das Finnische. Wenn es auch bei den Einheimischen gut ankommt, einige wichtige Vokabeln abrufbereit zu haben, so werden Sie sich weitergehende Sprachkenntnisse für Ihren Urlaub kaum aneignen können, denn Estnisch ist keine Sprache, die man „auf die Schnelle“ erlernt. Deutsch ist eine noch recht verbreitete Sprache, hat jedoch den einstigen Status als „zweite Landessprache“ längst verloren. Englisch ist heute die wichtigste Fremdsprache und wird von einer Mehrheit der Bevölkerung gesprochen. Bei einem russischen Bevölkerungsanteil von etwa 30 Prozent ist das Russische eine weitere wichtige Sprache in Estland.

Estland hat ein gut ausgebautes Transportsystem. Sie erreichen selbst die kleinsten Orte mit dem öffentlichen Nahverkehr. Busse sind das bevorzugte Verkehrsmittel. Daneben gibt es auch die Bahn, deren Netz aber weit weniger gut ausgebaut ist. Wenn Sie mit dem Auto anreisen oder über ESTLAND-REISEN einen Mietwagen buchen möchten, sind Sie am beweglichsten. Das Straßennetz ist inzwischen gut modernisiert, was nicht nur auf die Hauptstrecken zutrifft. Die Verkehrsdichte ist gering. Tankstellen gibt es genügend und bleifreies Benzin überall. Die Treibstoffpreise sind zwar ständig im Steigen begriffen, sind aber im Vergleich zu den Ihnen vertrauten noch ca. 15-20% günstiger.
Die nationalen Führerscheine werden anerkannt (auch Papiere älteren Ausgabedatums, sofern sie im Heimatland noch Gültigkeit besitzen).

Eine besondere Ausrüstung ist für einen Estlandbesuch nicht erforderlich. Legen Sie ins Gepäck, was Sie auch für einen Besuch von Norddeutschland oder Skandinavien mitnehmen würden (im Sommer aber unbedingt UV-Schutzcreme und Mücken- und Zeckenschutzmittel). Je nach geplantem Reiseablauf sollten Sie auf mögliche Zusatzprogramme vorbereitet sein (Ersatzkleidung bei Kanutouren, u. U. ein zweites Paar Schuhe, Badekleidung im Sommer usw.)

Wann ist die beste Zeit für eine Reise nach Estland? Jede Jahreszeit hat ihren ganz besonderen Reiz und ihre ganz speziellen Vorzüge. Estlands Sommer kann man mit denen in Norddeutschland vergleichen. Da gibt es herrlich warme – mit strahlendem Sonnenschein von Juni bis September, aber auch regnerische und kühle Tage. Deshalb sollten Sie zur Sicherheit wetterfeste und auch wärmende Kleidung mitnehmen. Estlands Winter sind in der Regel länger und kälter als in Mitteleuropa. Ein Bilderbuchwinter mit viel Schnee und einem sonnig-blauen Himmel ist am ehesten von Ende Januar bis Anfang März anzutreffen. Dann gilt die Devise: Alles auf die Bretter bzw. die Kufen! Der Frühling mit seinen ersten Boten wird enthusiastisch gefeiert. Oft genug lässt er sich mit seiner Ankunft lange Zeit und trifft im Vergleich zu Deutschland erst mit vierwöchiger Verspätung ein. Doch ist es nicht reizvoll, aus Mitteleuropa kommend, die Fliederblüte ein zweites Mal zu erleben? Der Herbst ist zumeist überpünktlich. Im Oktober fallen die Blätter und die ersten frostigen Nächte stehen ins Haus. Doch welche Farbenpracht verursacht das Rendezvous der Vorboten des Winters mit der noch spätsommertrunkenen Natur! Schon dies allein ist einen Besuch wert!

Seien Sie willkommen in Estland!